Erotik-Lexikon

Kamasutra

„Wir lieben das Kamasutra rauf und runter!“ Diese Aussage hört oder liest man mitunter. Doch was ist Kamasutra eigentlich? Es ist ein Sex-Lexikon oder auch Buch, welches verschiedene Darstellungen von Sexstellungen präsentiert. Doch das Kamasutra an sich - so lautet die überlieferte Version - ist eine „Handschrift“ welche etwa 200 oder 300 n. Chr. geschrieben von einem indischen Autor mit Namen Vatsyaynana Mallanaga wurde. Das Kamasutra ist sozusagen ein Lehrbuch der Liebe, der erotischen Genüsse. Ins Englische übersetzt wurde das indische Kamasutra zum ersten Mal im Jahr 1884 von Richard Francis Burton. Es wurde quasi als Anschauungsbuch für diverse Sexstellungen in die westliche Welt eingeschleust. Doch im Grunde ist das Kamasutra sehr viel facettenreicher und bietet eine veranschaulichte Geschichte der sexuellen Liebe zwischen zwei Menschen. Keineswegs nur ist das Kamasutra ein rein pornografisches Schriftwerk als viel mehr, wenn man sich genauer damit beschäftigt, eine Art Aufklärungsbuch über die Menschen, die zwischenmenschlich Liebe und das Leben.


Karezza

Die Sexualpraktik ist in etwa 100 alt und wurde von einer Amerikanerin mit dem Namen Alice Bunker Stockham „erfunden“. Karezza verbindet Mann und Frau auf innige Weise, wenngleich dieses Gefühl der sexuellen Verbundenheit auch nur darin besteht, dass die Partnerin das Glied ihres Partners tief in sich spürt, dieses jedoch reglos in der Scheide verharrt. Dabei werden die sexuellen Lustzentren der Frau sehr gereizt. Der Mann hingegen verzichtet bei der Sexpraktik Karezza darauf, in der Scheide der Frau zu „kommen“ und somit auf seinen Orgasmus. Karezza beschert der Frau eine Welle von Orgasmen, solange der Partner reglos in ihr verweilt, während er jedoch darauf bedacht ist, seinen Samenerguss zurückzuhalten. Nicht jeder Mann kann allerdings so ausdauernd und fast reglos in der Scheide seiner Partnerin verweilen, die sich vor Lust windet, ohne nicht selbst von der Wolllust ergriffen zu werden. Ein wenig Übung bedarf Karezza daher anfänglich schon. Doch wie bei allen anderen Sexpraktiken heißt es auch bei Karezza: Übung macht den Meister.


Kastration

Das Wort Kastration ist vorwiegend aus dem Tierbereich bekannt. Dass die Kastration jedoch auch als operativer Eingriff bei Frauen und Männern durchgeführt wird, ist scheinbar weniger bekannt. Bei der Kastration werden dem Mann die Hoden entfernt oder der Frau die Eierstöcke. Die Kastration ist ein operativer Eingriff, der nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Der Mann wird nach dieser - im Medizinischen spricht man von einer Orchiektomie - Kastration nicht mehr zeugungsfähig sein. Auch die Frau, die sich einer Ovarektomie unterzieht, wie die weibliche Kastration medizinisch bezeichnet wird, ist nach der Entfernung der Eierstöcke nicht mehr in der Lage, schwanger zu werden. Die Kastration / Ovarektomie bei der Frau wird nur dann durchgeführt, wenn es medizinisch absolut notwendig ist - wie bei schwerwiegenden Krebserkrankungen, gefährlichen Zysten am Eierstock. Entweder werden nur ein Eierstock oder beide Eierstöcke entfernt. Beim Mann wird die Kastration / Orchiektomie vorwiegend bei Prostatakrebs durchgeführt. Auch hier werden entweder ein Hoden oder beide Hoden entfernt.


Kesser Vater

Ein kesser Vater ist keinesfalls der Familienvater, der ein wenig spitzfindig und keck ist. Als kesser Vater werden Frauen in der lesbischen Szene bezeichnet, die sehr maskulin wirken. Lesbische Frauen, die optisch wie ein Mann aussehen und auch in ihrer Art, Gestik und Sprache so herüberkommen, übernehmen den dominanten / maskulinen Part in einer gleichgeschlechtigen Beziehung von Frauen. Der kesse Vater wird daher auch umgangssprachlich mitunter als der „lesbische Mann“ bezeichnet. Sehr oft sieht man ein lesbisches Paar, wo man tatsächlich genauer hinsehen muss, um herauszufinden, ob es sich bei der zweiten Frau um eben eine solche handelt, da sie vom Typ her eher männlich erscheint. Diese Lesbierin wird sozusagen als kesser Vater bezeichnet. „Die ist bestimmt der Mann in der Beziehung!“ lauten dann die Aussagen.


Keuschheit

Sehr oft wird vermutet, dass die Keuschheit etwas mit absoluter sexueller Enthaltsamkeit zu tun hat. Sicherlich wurden Frauen früher einst Keuschheitsgürtel umgelegt, damit diese sich während der Abwesenheit des Ehegatten nicht mit anderen Männern vergnügen konnte und somit zur sexuellen Enthaltsamkeit gezwungen war. Die Keuschheit hingegen ist gleichwohl eine Tugend. Vor allem im Christentum wird die Tugend der Keuschheit sehr geschätzt. Man spricht hinsichtlich auch von einer Art Kardinaltugend. Keusche Frauen sind „brave“ Frauen, die sich nicht mit „Sünde“ beladen und ihre sexuelle Interessen so lange zurückhalten und aufsparen, bis der „Richtige“ gefunden ist. Sehr oft wird auch als keuch bezeichnet, wer nicht vor der Ehe mit dem Partner Geschlechtsverkehr hat. Keuschheit ist zwar schon mit sexueller Enthaltsamkeit gleichzusetzen hingegen aber nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt. Für die sexuelle Enthaltsamkeit bis zur Ehe gibt es unterdessen auch internationale Bewegungen - Keuchheitsbewegung - wie die Bewegung „Wahre Liebe Wartet“ (WLW), die ihren Sitz in Deutschland / Bensheim hat.


Klimax

Klimax ist kein Wetterumschwung als viel eher die Bezeichnung für die höchste sexuelle Erregung, den Orgasmus. Klimax ist sozusagen die fachsprachliche Bedeutung für den sexuellen Höhepunkt. Den Gipfel der Lust / den Klimax / Höhepunkt sozusagen - erreichen Paare während des Geschlechtsverkehrs. Doch auch durch Masturbation wird der Klimax erreicht. Bei Frauen macht sich der Höhepunkt durch Kontraktionen der Muskeln in der Scheide bemerkbar, was wiederum mit einem „Beben“ einhergeht, welches den ganzen Körper lustvollen Zuckungen aussetzt. Während beim Mann der Klimax durch die Ejakulation sichtbar wird. Frauen und Männer erleben ihren Orgasmus / Klimax auf unterschiedliche Weise, jedoch keinesfalls weniger intensiv. Mitunter haben auch einige Frauen sogar eine Art feuchten Orgasmus / Klimax, den man als weibliche Ejakulation bezeichnet. Viele Frauen, die schon einmal einen feuchten Orgasmus / Klimax erlebten, behaupten, sie bemerken es vorher nicht, wenn dieser sich ankündigt, doch beschreiben sie es als wunderbares sexuelles Erlebnis.


Klinik-Sex

Eine beliebte und gar nicht seltene Art von Rollenspielen ist der sogenannte Klinik-Sex. Klinik Sex wird auch im BDSM Bereich angewandt. Im Grunde genommen werden beim Kliniksex ärztliche Behandlungen durchgeführt, in Verbindung mit sexuellen Praktiken. Es kommt stets auch auf die betreffenden Personen an und die dementsprechenden Neigungen an, welche Art von Klinik-Sex praktiziert wird. Die typische Klinikkleidung - Fetisch - spielt beim Kliniksex gleichermaßen eine relevante Rolle wie auch der Einsatz von medizinischen Instrumenten. So fehlen Stethoskop und Spritzen als auch diverse andere ärztliche Utensilien nie. Bei den Rollenspielen gibt es sowohl Arzt und Krankenschwester. Ebenso werden Untersuchungen durchgeführt, stets in Verbindung mit erotischen Fantasien. Gummihandschuhe, Bandagen, Verbandsmaterial und auch Desinfektionsmittel kommen bei der Klinik-Erotik zum Einsatz. Kliniksex - auch erotische Doktorspiele - ist eine Verschmelzung aus Fetisch, Rollenspiel - mitunter in Verbindung mit Lustschmerz. Zu den simulierten Behandlungen zählen u.a. angedeutete Kastrationen oder Prostatamassagen. Auch bei der Klinik-Erotik steht der sexuelle Spaß im Vordergrund.


Königsberger Knoten

Der Königsberger Knoten ist keine lukullische Spezialität wie die Königsberger Klopse. Beim Königsberger Knoten handelt es sich um eine Sexstellung, die sich etwas kompliziert beschreiben lässt. Beim Königsberger Knoten liegt die Frau auf der Seite und spreizt ihre Beine. Das obere Bein kann sie auf der Schulter des Partners ablegen, dieser befindet sich in der Hocke und kann sehr tief in ihre Lustspalte eindringen. Der Königsberger Knoten ist alleine schon deswegen eine sehr beliebte Sexstellung, da durch das tiefe Eindringen des Penis in die Scheide der Frau, beide Sexpartner einen intensiven Orgasmus erleben. Da diese Sexstellung sich ein wenig kompliziert beschreiben lässt, ist es vielleicht ratsam, einmal im Kamasutra nachschauen, ob es dort eine genaue „Anleitung“ für den Königsberger Knoten gibt.


Kitzelfinger

Für die Stimulation der erogenen Zonen ist auch der Kitzelfinger gedacht. Beim Kitzelfinger handelt es sich um ein Sex-Toy. Der Kitzelfinger ist eine Art „Fingerhut“ aus Gummi, der quasi über den Finger gezogen wird. Oftmals besitzt der Kitzelfinger Noppen, welche für noch mehr sinnliches Vergnügen sorgen. Der Kitzelfinger stimuliert die Klitoris und sorgt in der Vagina für ein schaurig schönes Lustgefühl. Die Frau kann den Kitzelfinger als Liebesspielzeug für die sexuelle Selbstbefriedung nutzen. Doch ebenso kann der Kitzelfinger in das partnerschaftliche Vorspiel mit einbezogen werden. In diesem Fall kann die Frau sich vor den Augen des Mannes mittels Kitzelfinger selbst verwöhnen oder aber, der Partner zieht den Kitzelfinger über und erkundet mit diesem die erogenen Zonen seiner Liebsten.


Kuschelsex

Kuschelsex ist bei jungen Leuten sehr gefragt, dann jedenfalls, wenn der Geschlechtsakt noch nicht erwünscht wird. Kuschelsex ist mit Petting gleichzusetzen. Hierbei handelt es sich um kuschlig intime Momente, in denen beide Partner nahe beieinander sind, sich gegenseitig mit Händen, Zungen, Lippen zärtlich liebkosen und gegenseitig die erogenen Körperstellen erforschen. Beim Kuschelsex wird gestreichelt, geleckt und geküsst. Die Nähe zum jeweils anderen Partner wird sehr viel intensiver wahrgenommen. Es kann beim Kuschelsex bleiben, doch ebenso ist es auch möglich, dass der Kuschelsex als Vorspiel zum eigentlichen Liebesakt dient. Petting oder Kuschelsex ist sozusagen Safer Sex, denn sofern es beim streicheln, lecken, küssen und liebkosen bleibt - selbst wenn dieses bis zum Orgasmus führt - ist eine Schwangerschaft immer auszuschließen.


 

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